Klassische US Cars sind nach allgemeinem Vorurteil bereist riesig und mit ebensolchem Laderaum gesegnet. Was könnte das noch toppen? Klar, ein Kombi. Und der hieß beim Pontiac Catalina nicht etwa schnöde "Station Wagon", sondern aufregend „Safari“.
Im Lastenheft des Pontiac Catalina Safari dürften Jagdausflüge durch Afrikas Wildnis indes kaum gestanden haben – viel eher ging Mommy mit dem Catalina auf Schnäppchenjagd. War ihr das Shoppingglück mehr als nur hold, klappte sie die Rückbank um und stopfte ihre Einkaufstüten im dann sage und schreibe weit über 2.600 Liter großen Kofferraum bis ins letzte Eck. Das Ladevolumen des Classic Cars klingt übertrieben?
Nix is, die Verkaufsbroschüre jubelte „Sie können ein 4x8 Fuß großes Stück Sperrholz transportieren. Flach auf dem Boden“. Da zückten knapp über 30.000 Kunden gleich mal das Scheckbuch. So war das 1963, als der Pontiac GTO genauso wie Pontiac Firebird und Trans Am noch nicht das Licht der Straßenlaterne erblickt hatten.
Unter 215 PS geht im Catalina Safari nichts
Der Pontiac Catalina Safari wurde wie alle Fullsize-Modelle der Marke mit dem Indianerkopf gar nicht erst mit kleinen Motoren ausgeliefert: Pontiac hatte ein sportliches Image zu verteidigen, und dazu war im Grocery Getter schon der Pontiac Big Block mit 389 cui Hubraum (6,4 Liter) nötig. In der Basisausführung bescherte der V8 dem Catalina 215 PS und 530 Nm Drehmoment. Die rundum schraubengefederten Räder wurden von 28-cm-Trommeln verzögert. Wer den bei 302 cm Radstand 541 cm langen, 200 cm breiten und 140 cm hohen Poncho Kombi als stylischen Schnelltransporter nutzen wollte, bekam noch wesentlich mehr. Da guckten die Nachbarn neidisch, wenn sie in ihre Brot-und-Butter-Kombis von Chevy, Plymouth und Ford einstiegen.
Der Pontiac Catalina Safari bekommt Akne
Vorliegender Catalina Safari trägt augenscheinlich noch den originalen Lack in „Grenadier Red“. Der sollte den Pontiac Oldtimer allerdings bald verlassen, denn vielerorts schlägt der Gilb schon fleißig Blasen. Andererseits würde eine Rostkur mit Neulackierung die herrliche Patina des Classic Cars zunichte machen. Der Händleraufkleber der Heckklappe, die Pinstripings und das offenbar im gleichen Zuge vom Striper mit Farbe ersetzte P vom rückwärtigen Pontiac-Schriftzug. Wär’ schade drum, kein Frage. Hoffentlich trifft der Besitzer vom Pontiac Catalina Safari Station Wagon eine für ihn richtige Entscheidung. Solange sie nicht „In die Presse wegen des 95-Liter-Tanks“ lautet.
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